IS-Anhängerin in Frankfurt festgenommen

Dez 28, 2019 | Studien & Berichte | 0 comments

Die Beschuldigte war 2014 nach Syrien gereist, um die Ehefrau eines IS-Kämpfers zu
werden. Nach ihrer Abschiebung aus der Türkei ist Nasim A. am Frankfurter Flughafen in
Gewahrsam genommen worden.
Die deutsche Staatsangehörige Nasim A. sei der Mitgliedschaft in einer terroristischen
Vereinigung im Ausland verdächtig, teilte die Generalbundesanwaltschaft mit. Zudem
würden ihr ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie in einem Fall
Kriegsverbrechen gegen das Eigentum vorgeworfen. Unter Kriegsverbrechen gegen
Eigentum fallen unter anderem Plünderungen und Zerstörung fremden Eigentums innerhalb
eines bewaffneten Konflikts, soweit sie nicht durch dessen Erfordernisse zu rechtfertigen
sind.
Nach Angaben der Justiz war A. Ende 2014 nach Syrien gereist, um dort im
Herrschaftsgebiet der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zu leben. Spätestens
Anfang 2015 heiratete sie demnach einen IS-Kämpfer, mit dem sie in den Irak zog. Dort
hielten sich die Beschuldigte und ihr Ehemann von 2015 bis 2016 in der Stadt Tall Afar auf
und bewohnten ein Haus des IS.
Die Frau soll den Haushalt verrichtet haben, während ihr Mann für den IS kämpfte. Dafür
soll sie 100 US-Dollar im Monat und eine Kalaschnikow vom IS erhalten haben. Später
siedelte das Paar nach Syrien um, wo A. wieder den Haushalt führte. Anfang 2019 war die
Beschuldigte von kurdischen Sicherheitskräften gefangen genommen und ins
Flüchtlingscamp Al-Hol gebracht worden.
Die Frau soll noch im Laufe des heutigen Tages dem Ermittlungsrichter beim
Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls zu entscheiden
hat. Neben der Beschuldigten und einer weiteren Frau hatte die Türkei auch eine
Salafistenfamilie aus Niedersachsen nach Deutschland abgeschoben.
jv/jj (dpa, afp)

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