Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtdienst, Deutschland und Niederlande –ECCI
Chinas Geheimdienst unterwandert britische Universitäten
Tonline ـ Der britische Geheimdienst MI warnt vor Forschungskooperationen mit China. Auch Deutschland ist alarmiert.
Mehr als hundert Wissenschaftler an britischen Hochschulen und Einrichtungen haben unwissentlich für den chinesischen Geheimdienst. Das berichtete die Zeitung „Independent“ unter Berufung auf den britischen Geheimdienst MI5.
Demnach erfolgte die Zusammenarbeit über die chinesische Forschungsagentur China General Technology Research Institute (CGTRI). Die Wissenschaftler an den britischen Universitäten sei dabei nicht klar gewesen, dass die Ergebnisse dem chinesischen Geheimdienst zufließen, hieß es. „Britischen Forschungseinrichtungen wird dringend empfohlen, jegliche laufende oder geplante Zusammenarbeit mit CGTRI unverzüglich zu überprüfen“, warnte der MI5.
Chinas Botschaft in London nannte die Vorwürfe „imaginär und rein erfunden“.
Die Forscher in Großbritannien hätten untern anderem zu Themen der Künstlichen Intelligenz (KI) und Cybersicherheit gearbeitet. Ihre Forschungsergebnisse hätten sich über die CGTRI auch der chinesische Geheimdienst zu nutzen gemacht.
Der britische Sicherheitsminister Dan Jarvis warnte nun öffentlich vor der Zusammenarbeit und erklärte: „Diese Warnung macht Versuche chinesischer Geheimdienste öffentlich, verdeckt von der Expertise und der Forschung unserer Wissenschaftler zu profitieren und damit unsere nationale Sicherheit sowie die unserer Verbündeten zu untergraben.“
Bundesamt für Verfassungsschutz sieht Risiken
Forschungszusammenarbeit mit China wird wegen eines Abflusses der Ergebnisse seit längerem kritisch gesehen. So warnte der Bundesverfassungsschutz bereits 2020 in einer Analyse: In China „sind die Grenzen zwischen den Institutionen des Parteienstaates auf der einen und Gesellschaft bzw. Wirtschaft auf der anderen Seite unscharf gezogen.“. So mache sich die Volksrepublik bei Forschungskooperationen „ganz gezielt die Offenheit der westlichen Gesellschaften zunutze“. Von „Picking Flowers, Making Honey“ sprechen Fachleute: Blumen pflücken und Honig ernten. Zuvor hatte bereits der niederländische Geheimdienst AIVD vor chinesischer Wissenschaftsspionage gewarnt.
Am Donnerstag meldete sich auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zu Wort. „China verfolgt den Zugang zu Schlüsseltechnologien und Know-how systematisch, langfristig und mit einem breiten Instrumentarium“, sagte BDI-Expertin Kerstin Petretto, der Zeitung „Handelsblatt“. „Besonders kritisch kann dies bei Technologien sein, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch relevant sind“, mahnte die Expertin weiter.
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