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NATO verschärft den Ton gegenüber Putin

Aug. 21, 2026 | Studien & Berichte | 0 comments

Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtdienst, Deutschland und Niederlande –ECCI

Nato schickt Putin eine deutliche Warnung

TONLINE ـ Kaliningrad bereitet der Nato schon länger Sorgen. Nun hat das Militärbündnis rund um die russische Exklave ihre Fähigkeiten präsentiert – und ein brandneues Spezialflugzeug.

Offiziell hat sich die Nato nicht zu ihrer beeindruckenden Flugshow rund um Kaliningrad geäußert, doch die Aktion dürfte eine klare Warnung an Russland gewesen sein. Etwa 25 Maschinen des Militärbündnisses haben die russische Exklave am Dienstag stundenlang umkreist, darunter modernste US-Kampfhubschrauber vom Typ Apache, Tankflugzeuge und eine Awacs-Aufklärungsmaschine. Über der Ostsee kreiste zugleich ein britischer U-Boot-Jäger vom Typ P-8A Poseidon. Doch besonders der Einsatz einer Maschine lässt Militärexperten aufhorchen.

So beteiligte sich an der Übung auch ein Exemplar der neuesten US-Flugzeuge zur elektronischen Kriegsführung vom Typ EA-37B Compass Call. Den ersten Übungsflug mit der neuen Maschine absolvierte die Air Force erst im Mai 2025. Über fünf EA-37B verfügt die US-Luftwaffe bislang, zehn Exemplare wurden bestellt, auch nach Italien sollen zwei der Maschinen gehen.

Bei den EA-37B handelt es sich eigentlich um Gulfstream-Businessjets, die für den Kampfeinsatz aufgerüstet werden und darauf ausgelegt sind, feindliche Radar- und Kommunikationsanlagen aufzuspüren – und mit elektronischen Gegenmaßnahmen auszuschalten. Es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass die Nato die EA-37B nun ausgerechnet auf einen Manöver-Flug nach Kaliningrad geschickt hat.

Litauen warnt vor russischer Provokation

So warnte Anfang August der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas vor drohenden russischen Aktionen im Baltikum. „Wir haben Informationen, dass Russland unkonventionelle kinetische Angriffe gegen kritische Infrastrukturen im Baltikum erwägt“, erklärte Kaunas. „Es ist wahrscheinlich, dass Russland zu diesem Zweck ukrainische Drohnen einsetzen könnte“, so der Minister. Mit einer solchen „False-Flag“-Operation könne Russland versuchen, die Herkunft eines Angriffs auf Nato-Gebiet zu verschleiern.

Zwar sprach der Minister in seiner Warnung nicht explizit von Kaliningrad, doch das an Litauen grenzende, hochgerüstete russische Territorium bereitet der Nato schon länger Sorgen. Auf der Liste möglicher Angriffspunkte einer russischen Aggression gegen die Nato steht der sogenannte Suwałki-Korridor ganz oben. Mit einem Griff nach dem Landstreifen zwischen Polen und Litauen könnte Russland mit einem Schlag die baltischen Länder vom Rest des Nato-Territoriums trennen und zugleich eine Landbrücke zwischen Kaliningrad und dem russischen Vasallenstaat Belarus herstellen – ein Albtraumszenario für die Nato.

Von Kaliningrad aus stört Russland massiv die Nato

Doch Kaliningrad steht nicht nur im Zentrum hypothetischer Kriegsszenarien, vom früheren Königsberg aus stört Russland mutmaßlich schon jetzt massiv die Ostseeanrainer und die Nato-Truppen in der Ostsee. So hat es seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 Tausende Hinweise auf den Einsatz eines Störsenders im Baltikum gegeben, der die GPS-Signale von Schiffen und Flugzeugen stört und der Bordelektronik falsche Positionen vorgaukelt – gerade für Flugzeuge eine potenziell tödliche Gefahr.

Vor diesem Hintergrund lässt sich die Nato-Übung rund um Kaliningrad nun vor allem als Warnung an Russland verstehen: Sollte es dem Kreml einfallen, von der Exklave aus die Nato herauszufordern, steht das Bündnis bereit – und ist in der Lage, Russlands militärische Störsender in dem Gebiet ausfindig zu machen und zu bekämpfen. „Man kann nur hoffen, dass Russland die Botschaft verstanden hat“, schrieb dazu der Militärexperte Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München auf X.

Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtdienst, Deutschland und Niederlande –ECCI

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