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Ukraine nimmt Russlands verwundbarste Infrastruktur ins Visier

Aug. 7, 2026 | Studien & Berichte | 0 comments

Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtdienst, Deutschland und Niederlande –ECCI

Ukraine zielt auf Russlands verwundbarste Punkte

TONLINE ـ Kiews Luftschläge zielen nicht mehr auf Symboltreffer, sondern auf Russlands Versorgungsnetz. Präzise Treffer sollen den Betrieb kritischer Anlagen dauerhaft lahmlegen.

Brennende Raffinerien und Öldepots, Angriffe auf Moskau, Schläge gegen die russische Kriegslogistik: Die ukrainischen Drohnenattacken auf Ziele in Russland sind in den vergangenen Monaten zunehmend schlagkräftiger geworden. Grund dafür ist offenbar eine Änderung in der Taktik von Kiews Drohneneinheiten, wie ukrainische Militärplaner der „Financial Times“ berichteten.

Demnach ist es nicht mehr das Ziel, lediglich Raffinerien in Brand zu setzen oder Depots zu zerstören. Vielmehr will die Ukraine die Anlagen langfristig aus dem Betrieb nehmen und so die Kosten jedes Angriffs für Russland in die Höhe treiben. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vergangene Woche im Rahmen eines Kabinettsumbaus den neuen kommissarischen Verteidigungsminister Jewhenij Chmara und den neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj bereits damit beauftragt, die Drohnenkampagne auszubauen.

Was die Ukraine nun anders macht

Um gleichzeitig die Effektivität zu steigern, setzt die Ukraine auf Experten aus der Energieindustrie sowie auf Geheimdienstinformationen aus den USA und Frankreich. Das sind die wichtigsten Neuerungen in der ukrainischen Luftkriegskampagne gegen Russland:

Von Symbolschäden zu systematischen Präzisionsschlägen: Statt großflächig Raffinerien oder Tanks zu treffen, fokussiert sich die Ukraine auf kritische, schwer ersetzbare Komponenten der Anlagen. Dazu werden Energieingenieure und Branchenexperten in die Zielplanung eingebunden, die genau definieren, welche Bauteile und Verbindungen am empfindlichsten sind.

Angriffe auf das Netzwerk statt auf Einzelziele: Russland wird als vernetztes Energie- und Versorgungssystem betrachtet. Militärplaner identifizieren kritische Knotenpunkte, bei denen ein kleiner Treffer große Folgeschäden im Gesamtverbund auslöst. Diese Knoten werden zudem wiederholt angegriffen, um Reparaturen zu vereiteln. Im Gespräch mit der „Financial Times“ sprechen ukrainische Vertreter daher von „systemischer Kriegsführung“.

Detailliertere Einsatzplanung: Jeder Einsatz hat mehrere vorbereitete Alternativziele (Primär-, Sekundär-, Tertiärziel), damit ein Angriff bei Problemen nicht abgebrochen, sondern umgelenkt wird. Die Ziele werden nach technischen, logistischen und ökonomischen Kriterien ausgewählt (Produktionsvolumen, Exportströme, Versorgungswege).

Schwächung der russischen Abwehr: Drohnenangriffe schwächen gezielt die russischen Flugabwehr- und Radarsysteme sowie jene zur elektronischen Kriegsführung. Westliche Aufklärungsdaten aus den USA und Frankreich helfen dabei, Abwehrlücken und so geeignete Anflugrouten zu identifizieren.

Die Luftschläge sind Teil einer breiteren Strategie, die Ölexporte als Finanzquelle und den militärisch-industriellen Komplex Russlands zu untergraben. Die Maßgabe: weniger einzelne Schläge, dafür aber Schläge, die die russische Fähigkeit zur Kriegsführung langfristig mindern.

Folgen der Luftkampagne noch unklar

Bislang wirken sich die Drohnenangriffe noch nicht unmittelbar und nachhaltig auf die Front aus. Dennoch hat Russland dadurch bereits schwere Rückschläge hinnehmen müssen. So gelang es der Ukraine etwa, die besetzte Halbinsel Krim zunehmend zu isolieren. Dadurch wird die Versorgung der russischen Truppen in den besetzten Gebieten im Süden der Ukraine deutlich gestört.

Außerdem haben die Angriffe Folgen in Russland selbst. Vor allem Treibstoff ist in einigen Regionen so knapp geworden, dass Russen an Tankstellen teils kilometerweit im Stau stehen. Laut russischen Angaben stabilisiert sich die Situation nun jedoch: Knapp zwei Monate nach dem Beginn von Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf wurden am Montag und Dienstag die Maßnahmen in mindestens sieben Regionen aufgehoben oder gelockert, wie aus Angaben der Behörden und Medienberichten hervorging. Darunter waren die Hauptstadt Moskau, die zweitgrößte Metropole Sankt Petersburg sowie stark betroffene Regionen im Süden.

Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtdienst, Deutschland und Niederlande –ECCI

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