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Was fehlt der franzِsischen Armee?

März 25, 2025 | Studien & Berichte | 0 comments

Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtdienst, Deutschland und Niederlande -ECCI

Hat Frankreich das Zeug dazu, die europنischen Verteidigungsinitiativen anzuführen?

euronews – Angesichts der zunehmenden sicherheitspolitischen Herausforderungen für die EU stellt sich die Frage, ob Frankreich über die militنrischen Fنhigkeiten verfügt, eine gemeinsame Verteidigungsinitiative anzuführen.

Der franzِsische Prنsident Emmanuel Macron hat Frankreich nach den Anzeichen einer Annنherung zwischen den USA und Russland in den Mittelpunkt der europنischen Aufrüstungsinitiativen gestellt.

Wنhrend die USA ihren militنrischen Schutz für Europa zurückfahren und Russland eine wachsende Bedrohung für die Sicherheit des Kontinents darstellt, drنngt die EU auf hِhere Ausgaben und die Bündelung von Ressourcen für gemeinsame Verteidigungsprojekte ihrer Mitglieder.

Trotz Macrons Ambitionen stellt sich jedoch die Frage, ob Frankreichs Armee – die laut einem jنhrlichen Ranking von Global Firepower die siebtstنrkste weltweit und die beste in der EU ist – das Zeug dazu hat, diese Initiative anzuführen.

Strke auf dem Papier, Defizite in der Realitt

Seit seiner Wahl im Jahr 2017 hat Macron Frankreichs Verteidigungsausgaben massiv erhِht.

Im Gesetz über die Militنrplanung 2019-2025 (LPM) wurden 295 Milliarden Euro für die Verteidigung bereitgestellt. Im jüngsten LPM für 2024-2030 wurde dieser Betrag auf 413 Mrd. Euro erhِht – eine Steigerung um 40 Prozent.

Trotz dieser Investitionen befindet sich Frankreich immer noch in einer Aufholjagd.

Senator Cédric Perrin, Mitglied der Republikanischen Partei und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Senats, rنumte zwar Fortschritte ein, erklنrte jedoch, dass die Mittel nach wie vor nicht ausreichen, um die neuen Herausforderungen zu bewنltigen“, wie z. B. Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022.

Die Streitkrنfte des Landes bestehen laut Global Firepower aus rund 200.000 aktiven Soldaten und 44.000 Reservisten.

Die franzِsische Armee verfügt über 225 Leclerc-Kampfpanzer und 79 Caesar-Kanonen. Die Marine verfügt über einen Flugzeugtrنger mit Nuklearantrieb, vier U-Boote mit ballistischen Atomraketen und 15 Fregatten, wنhrend die Luftwaffe über 197 Kampfjets verfügt.

Als Teil seiner Abschreckungsstrategie unterhنlt das Land auكerdem schنtzungsweise 290 nukleare Sprengkِpfe.

Es gibt jedoch noch einige Bedenken. So sind beispielsweise die Munitionsvorrنte نuكerst gering.

Frankreichs Ziel für 2024 war es, 100.000 155-mm-Granaten pro Jahr zu produzieren, ein Artilleriegranatenkaliber nach NATO-Standard, das in vielen Feldgeschützen und Haubitzen verwendet wird.

Das ist eine enorme Verbesserung gegenüber den 6.000 Granaten, die zwischen 2012 und 2017 jنhrlich produziert wurden, aber angesichts der Tatsache, dass die ukrainische Armee 7.000 Granaten pro Tag abfeuert, hat Frankreich noch einen langen Weg vor sich.

Ein Bericht des franzِsischen Unterhauses aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die Bestنnde auf einem historischen Tiefstand sind und in einem lنngeren Konflikt nicht lنnger als ein paar Wochen reichen würden.

Das Paradoxon der Waffenexporte

Frankreich verfügt über eine robuste Rüstungsindustrie und ist der zweitgrِكte Waffenexporteur der Welt, so die jüngste Analyse des Stockholm International Peace Research Institute.

Es sei jedoch wichtig, die franzِsischen Waffenverkنufe von den militنrischen Fنhigkeiten der nationalen Armee zu unterscheiden, so Emmanuel Dupuy, Militنranalyst und Prنsident des Institute for European Perspective and Security Studies (IPSE).

Dupuy vertrat die Ansicht, dass Frankreichs militنrische Versorgungskette fehlerhaft ist.

„Wir sind durch den Verkauf von Rafale-Kampfflugzeugen und Caesar-Kanonen zum führenden europنischen Waffenexporteur geworden, aber es fehlt uns an Munition, weil wir nicht mehr die Kapazitنt haben, sie in Frankreich herzustellen“, sagte er Euronews.

Perrin sagte, dass Frankreich zwar viele qualitativ hochwertige Ausrüstungen herstelle, dies aber nicht bedeute, dass das Land auch viel davon kaufe.

Dupuy stimmte dem zu: „Vielleicht sollten wir von dem Grundsatz ausgehen, dass wir keine Exportmacht sein kِnnen, wenn wir uns nicht selbst mit den Materialien versorgen wollen, die wir für unsere eigene Sicherheit benِtigen.“

Auch Frankreichs militنrisch-industrieller Komplex ist bei kritischen Materialien auf internationale Lieferanten angewiesen. So importieren die franzِsischen Munitionshersteller laut Dupuy beispielsweise Schieكpulver aus Australien.

Letzte Woche weihten der franzِsische Verteidigungsminister Sébastien Lecornu und der Finanzminister Eric Lombard eine neue Schieكpulverproduktionslinie des Pulver- und Sprengstoffunternehmens Eurenco ein.

Die Fabrik wird jنhrlich etwa 1.200 Tonnen Schieكpulverpellets produzieren, die zu etwa 100.000 Artilleriegranaten für die unter anderem in der Ukraine stationierten Caesar-Kanonen verarbeitet werden sollen.

Was fehlt der franzِsischen Armee?

Trotz seiner militنrischen Ressourcen hinkt Frankreich in mehreren kritischen Bereichen hinterher, warnten die Experten.

„Wir müssen in Fنhigkeiten zur Truppenprojektion investieren – schwere Transportflugzeuge, um eine groكe Anzahl von Truppen und gepanzerten Fahrzeugen ins Ausland zu verlegen“, sagte Dupuy.

Eine weitere dringende Lücke betrifft die Entwicklung von Drohnen, die die Art der Kriegsführung, insbesondere in der Ukraine, verنndert haben.

Ein besonderer Bereich, der Anlass zur Sorge gibt, ist die ـberwachung.

Im Zeitalter der Cyber-Kriegsführung und der elektronischen ـberwachung müsse Frankreich seine Fنhigkeit stنrken, Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen und darauf zu reagieren, so Dupuy.

Auكerdem müssten sich Frankreich und seine EU-Verbündeten von der Abhنngigkeit von den in den USA gebauten Patriot-Raketensystemen lِsen.

„Wir dürfen auf keinen Fall lنnger von Patriot-Flugabwehrsystemen abhنngig sein, sondern müssen unsere eigenen europنischen Pendants entwickeln“, erklنrte er.

Fehlende EU-Zusammenarbeit

Frankreichs Militنrdoktrin konzentriert sich traditionell eher auf Expeditionskriege als auf groك angelegte direkte Konflikte.

Perrin wies darauf hin, dass Frankreichs Streitkrنfte aufgestellt wurden, „um überall eingreifen zu kِnnen“, dass aber ihr „fragmentierter“ Charakter bedeute, dass sie in ihrem Umfang begrenzt seien.

Er betonte, dass Frankreich, wie auch andere europنische Staaten, nur in Koalition mit der NATO und den EU-Verbündeten in einen grِكeren Konflikt eingreifen kِnne.

Die europنische Zusammenarbeit in der Waffenindustrie ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Dupuy sagte, der Kontinent müsse die Interoperabilitنt bei der Beschaffung verbessern.

„Wir brauchen weniger unterschiedliche Ausrüstungen in den europنischen Streitkrنften – vielleicht ein gemeinsames europنisches Flugzeug, statt konkurrierender nationaler Projekte“, fügte er hinzu.

Perrin نuكerte sich jedoch vorsichtig optimistisch über Frankreichs neue militنrische Initiative.

„Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Die Frage ist jetzt, ob wir das Budget für die Bestellungen aufbringen kِnnen“, sagte er.

Wie das Finanzministerium letzte Woche bekannt gab, will die franzِsische Regierung 5 Milliarden Euro an zusنtzlichen ِffentlichen und privaten Mitteln für den Verteidigungssektor aufbringen.

Angesichts der angespannten Lage der franzِsischen Staatsfinanzen sind die Mِglichkeiten zur Erhِhung der Verteidigungsausgaben jedoch begrenzt. Macron will den Haushalt der Armee in den nنchsten Jahren von 2 Prozent des BIP auf 3 bis 3,5 Prozent anheben.

Das Europäische Zentrum für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtdienst, Deutschland und Niederlande -ECCI

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